Sind Hornissen eine Gefahr für den Menschen?
Viele Menschen sind der Meinung: Sticht eine Hornisse zu, dann kann das gefährlich werden. Und nun sind es nicht nur die heimischen Hornissen, die Angst verbreiten, sondern zudem auch die asiatischen Hornissen. Dennoch, weder vor der einen noch vor der anderen Sorte muss man sich fürchten.
Von Hornissen geht keine Gefahr aus. Eine Hornisse ist im Vergleich zu einer Wespe beispielsweise weitaus friedlicher und greift nur an, wenn sie oder das Nest effektiv bedroht wird. Trotzdem gehört die europäische Hornisse mittlerweile zu den bedrohten Arten und wird durch verschiedene Maßnahmen besonders geschützt.
Die asiatische Hornisse – eine Gefahr für die Bienen
Die asiatische Hornisse hingegen ist eine invasive Art aus dem fernöstlichen Raum und vermehrt sich in Europa zurzeit extrem schnell. Die asiatische Hornisse ist als Allesfresser bekannt, sie fressen sehr gerne Insekten, Käfer, Mücken und Bienen. Bienen stehen sogar bevorzugt auf dem Speiseplan der asiatischen Hornisse, hier findet sogar eine gezielte Jagd statt.
Die beiden Arten der Hornissen unterscheiden sich in den folgenden Merkmalen und Verhaltensweisen
Die europäische Hornisse in ihrer Beschreibung:
Die Königin hat eine Größe von bis zu 3,5 cm
Die Arbeiterinnen sind bis zu 2,5 cm
Die Drohnen sind bis zu 2,8 cm
In der Grundfarbe ist die europäische Hornisse an Kopf, Beinen und der Brust rotbraun. Das Gesicht ist gelb, der Hinterleib ist gelb mit einer dunklen Zeichnung. Das Nest ist bis zu 60 cm groß und besitzt etwa fünf bis acht Waben. Auf der Unterseite befindet sich eine große Öffnung als Flugloch. Gebaut wird vorzugsweise in geschützten Höhlen. Die europäische Hornisse ernährt sich vorzugsweise von Fallobst und süßen Pflanzensäften sowie Insekten. Hornissen sind Nacht – und Tagaktiv.
Die asiatische Hornisse und ihre Beschreibung:
Die Königin hat eine Größe von bis zu 3 cm
Die Arbeiterinnen sind bis zu 2,4 cm
Die Drohnen sind bis zu 2,5 cm groß
Ist eine invasive Art aus Südostasien und breitet sich seit 2004 in Europa aus. Die Grundfarbe der asiatischen Hornisse ist schwarz, die Beine sind gelb, im Hinterleib sind sie schwarz mit orange / - gelben Bereichen. Das Gesicht ist orange. Ab April wird das Nest gerne frei hängend an Hecken und Büschen gebaut. (Primärnester, die Größe eines Fußball). Im Sommer weichen die asiatischen Hornissen bis zu 30 m auf Bäume aus. (Sekundärnester) Das Nest hat eine Größe von bis zu 100 cm. Auf dem Speiseplan stehen neben Wespen, Bienen und andere Insekten auch Pflanzensäften, Früchten und Fallobst. Die Insekten können in der Luft stehen, rückwärts fliegen und sind tagaktiv.
Die asiatische Hornisse – eine effektive Bedrohung?
Inwieweit diese Hornissenart eine Bedrohung für den Menschen und andere Insektenarten darstellt, muss sich erst noch zeigen. Aktuelle Erkenntnisse lassen jedoch keinen Grund zur Freude aufkommen. Insbesondere die deutlich schnellere Verbreitung der asiatischen gegenüber der europäischen Hornisse (die asiatische Hornisse bringt bis zu 200 neue Königinnen pro Volk, die europäische Hornisse gerade mal bis zu 30) stärkt die Befürchtung, dass die heimische Hornisse verdrängt werden könnte.
Zudem lässt sich beobachten, dass die asiatische Hornisse deutlich aggressiver und stechfreudiger auf ihre Umgebung reagiert. In weiten Teilen unseres Bundeslandes Rheinland-Pfalz und Saarland stellt die asiatische Hornisse mittlerweile ein großes Problem dar. Mittlerweile ist sie bei uns im Norden unseres Bundeslandes auch eingetroffen. Nachdem die Hornissenart in den Jahren vor 2021 nur vereinzelt entdeckt wurde, haben sich in den letzten Jahren die Beobachtungen, insbesondere im südlichen Rheinland-Pfalz, gehäuft: Von knapp über 70 bestätigten Sichtungen in 2022 stieg die Zahl 2023 auf über 1.000 bestätigte Beobachtungen in Rheinland-Pfalz an, mehr als 300 davon waren Nester.
Meldeaufruf zur Asiatischen Hornisse
Die Asiatische Hornisse Vespa velutina breitet sich in Rheinland Pfalz aus. Haben Sie die Tiere oder die Nester gesehen können Sie diese im Arten Finder melden.
Melden Sie sich dafür direkt im Arten Finder an oder nutzen Sie unser Meldeformular. Gerne können Sie uns auch Ihre Sichtungen per Email schicken. Sie erreichen uns unter artenfinder@snu.rlp.de